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Geschichte der Obstsäfte- und Marmeladenproduktion in Kunratice

panorama obce

Kunratice hat eine sehr lange Geschichte, die tief bis in das 14.Jahrhundert hineingreift. Zu dem größten Aufschwung kam es am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Leider verursachte die Tragödie des 20. Jahrhunderts, als Europa durch die zwei Weltkriege und die raschen Regimewechsel zerstört wurde, die Unterbrechung der historischen Kontinuität in der Entwicklung unserer Gemeinde. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Gemeinde fast ein tausend Einwohner. Es gab hier prosperierende Unternehmen wie zum Beispiel die Mühle, die Bäckerei, die Ziegelei und auch die Obstpresserei.


nakres marmeladovny

Die Firma wurde im Jahre 1880 von Carl Christian Leubner gegründet, der aus der Nachbargemeinde Dìtøichov umgezogen und die Tochter des Schenkwirtes Anna Simonová geheiratet hat. Historie der altertümlichen Familie Leubner greift bis zu den Schwedischen Kriegen im 17. Jahrhundert und in dem Auslauf von Frýdlant finden wir ihre Spuren auf vielen Orten. Außer anderem auch an der Wand rechts bei dem zweiten Eingang in das Schloss von Frýdlant.


nakres marmeladovny

Die Obstpresserei und Obstweinproduktion prosperierte sehr gut. Carl Christian Leubner lebte in Kunratice bis zu seinem Tod in 1918 und er ist mit seiner Ehefrau auf den Kirchenfriedhof begraben. Sein Sohn Heinrich Edmund Leubner setzte in der Entwicklung der Fabrik fort, baute 5 Obstpressen auf, die von den Dampfmaschinen getrieben wurden, benutzte auch die Vakuumfässer für die Marmeladenproduktion. Er war einer der ersten Obstsaft- und Mostproduzenten, bis dahin wurde nur die Produktion der Obstweine bevorzugt. Er absolvierte auch die Weinbauerschule in Klosterneuburg bei Wien, um seine Kentnisse über die Obstbearbeitungsmöglichkeiten zu erweitern. Er war sehr erfolgreich und gewann auch einige goldene Medaillen für seine Obstsäfte und Moste bei den Wettbewerben in Wien, Amsterdam und 1910 auch in Liberec. Die Firma Ch. Leubners Sohn – Erste Nordböhmische Obst und Beerenkelterrei war in dieser Region so bedeutungsvoll, dass auf ihren Wunsch auch die Strecke des lokalen Zuges „Heømanièka“ so beeinflusst wurde, dass sie an der Fabrik vorbeigegangen ist und dadurch auch ihr Export schneller geworden ist. Die Obstsäfte und Marmeladen wurden erfolgreich in das ganze Gebiet von Österreich-Ungarn und sogar nach Paris exportiert. Heinrich Laubner plante später auch die Gründung der Schokoladenfabrik. Seine Pläne unterbrach aber der Zweite Weltkrieg, sein Tod und zwei Jahre später auch der Tod von seinem Bruder, der um die Firma gekümmert hat. Ein Teil der Familie zog in die USA um, der Rest der Familie wurde mit der Mehrheit der Bevölkerung von Kunratice im Jahre 1945 nach Deutschland vertrieben.


foto ruinfoto ruin

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel nur noch die Fabrik als Teil von JZD (die sozialistische Art der kollektiven Landwirtschaft). Jetzt kann man nur noch ein paar Ruinen der Gebäude sehen, die bei der Kreuzung der Hauptstraße aus Frýdlant nach Bogatyò und der Nebestraße nach Dìtøichov übrig bleiben. In der jetzigen Situation ist die Erneuerung der Firma gar nicht realistisch und das einzige Schicksal scheint wahrscheinlich die Demolition zu sein.




Die benutzten Quellen: Die Familienkronik der Leubners von Max Leubner, Isergebirge. „Die Pfade der Erbschaft – Nach den Spuren von „Heømanièka“ Willy Effenberger die Zeitschrift Riesengebirge – Isergebirge, Databasis Brownfields der Region Liberec.